Gerhardt-Katsch-Medaille für Martin Hadder und Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt

Würdigung für verantwortungsvolles Engagement

 

 

Anlässlich des Deutschen Diabetiker Tages in Kassel am 20. September 2008 wurden in diesem Jahr zwei Persönlichkeiten mit der Gerhardt-Katsch-Medaille ausgezeichnet. Diese Ehrung lässt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) „Menschen, die sich besonders um das Wohl der Diabetiker verdient gemacht haben", zuteil werden. Preisträger in diesem Jahr sind Martin Hadder, Vorsitzender des DDB-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, und der Diabetesexperte Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt.

Der Vorsitzende des DDB Bundesverbandes, Heinz Windisch, hatte in seiner Laudatio bewusst auf eine Aneinanderreihung von Jahreszahlen bedeutender Ereignisse im Leben der Preisträger verzichtet. Ihm kam es darauf an, die Menschen hinter diesen Ereignissen zu würdigen. Und so hob der Laudator hervor, dass Professor Rüdiger Petzoldt zu jenen Ärzten gehört, die sich für ihre Patienten immer noch – und das ist heute nicht mehr selbstverständlich - die Zeit in der Behandlung und im Gespräch genommen haben, die der Patient benötigt. Die individuelle Behandlung des Patienten und gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient sind ihm dabei immer besonders wichtig gewesen. Professor Petzoldt, der 23 Jahre lang das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen leitete, ist inzwischen zwar im Ruhestand, beantwortet aber bereits seit Jahren Leserfragen zum Diabetes im Diabetes Journal. Vor fünf Jahren wurde er selbst Typ 2 Diabetiker und trat aus Überzeugung dem Deutschen Diabetiker Bund bei. Mit einem humorigen Schmunzeln auf den Lippen sagte er daher: „Herr Hadder ist mein Chef!"

Auch Martin Hadder sind diese Ziele in der Versorgung nach wie vor wichtig: „Es wäre wünschenswert, dass zwischen Therapeut und Patient ein partnerschaftliches Verhältnis besteht", so seine Devise. Dafür hat er immer gekämpft. Vor 30 Jahren, als Martin Hadder an Typ 1 Diabetes erkrankte, machte er seine eigenen schmerzlichen Erfahrungen mit der Versorgung in einer Zeit, als die Therapie noch nicht so fortgeschritten war wie heute und Betroffene keine Lobby hatten. Damals sagte man dem 28-Jährigen voraus, er würde das 50. Lebensjahr nicht erreichen. Zum Glück habe sich diese Diagnose nicht bestätigt, so Heinz Windisch, der ihm noch ein langes Leben wünschte. Dank dem Rat seiner Frau schloss sich Martin Hadder einer Selbsthilfegruppe an und trat bald dem DDB bei. 1991 übernahm er dann den Vorsitz im Landesverband NRW. Die Stärkung des Verbandes und die Verbesserung in der Versorgung waren von da an seine Ziele im Einsatz für das Wohlergehen der Betroffenen. Um das zu erreichen, brachte er sich immer wieder auf allen Ebenen kritisch ein und stärkte den Interessenverband durch seinen unermüdlichen Einsatz. So konnte der Landesverband im Laufe seines Wirkens das 10.000 Mitglied begrüßen und durch die Anschaffung des Diabetes-Info-Mobils das Thema Prävention immer mehr in den Mittelpunkt rücken.

Als der Landesvorsitzende vor 25 Jahren im DDB anfing, hätte er sich niemals träumen lassen, so eine Auszeichnung zu erhalten. Bewegt von dieser Ehrung dankte er daher allen, die ihn auf diesem Weg begleitet und dieses Engagement mitgetragen haben. „Ich bin sicher, viele Mitstreiter im DDB haben sich genauso engagiert und hätten daher ebenfalls eine solche Auszeichnung verdient", so Martin Hadder. Sein besonderer Dank galt seiner Frau Brigitte und seiner Familie, die ihm ermöglicht haben, sich auch oft unter hohem Zeitaufwand der Arbeit für die Betroffenen zu widmen. Aber auch den vielen ehrenamtlichen Mitstreitern sowie den Mitarbeitern auf der NRW-Geschäftsstelle dankte der Preisträger. Ohne ihre Unterstützung wäre diese Arbeit gar nicht möglich gewesen. Eines wolle er noch einmal betonen, so der Landesvorsitzende: Er habe auf vielen Veranstaltungen zum Diabetes „selbst immer

wieder dazu gelernt". Eine Antriebsfeder sei auch immer wieder gewesen, in Einzelfällen helfen zu können, wenn es beispielsweise darum ging, Amputationen u.ä. zu verhindern. Gerade deshalb sei das Engagement im DDB so wichtig, betont Martin Hadder, nämlich sich als Mitglied im DDB stark zu machen, um gesundheitspolitisch etwas bewirken zu können.

Gerhardt Katsch, 1887 – 1961, war Arzt, Wissenschaftler und Hochschullehrer und gilt als einer der Begründer der Diabetologie in Deutschland. Er setzte sich für das Prinzip der „produktiven Fürsorge" bei Diabetikern ein. Schon früh vertrat er den Grundsatz, dass Diabetiker bei einer Therapie, die Ernährung, Insulin, körperliche Betätigung und Schulung berücksichtigt, als bedingt gesund und damit voll leistungsfähig eingestuft werden können. UB