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Sehr geehrter Herr Dr. Struve, |
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sehr
geehrte Damen und Herren, |
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in
dem oben genannten Beitrag ist der Eindruck vermittelt worden, dass die
heute von sehr vielen Diabetikern verwendeten künstlichen Insuline womöglich
krebserregend wirken. Ihr Autor Andreas Rummel hat hierzu zwei ältere
Diabetiker vor die Kamera treten lassen, ebenso drei Ärzte, die
Diabetiker behandeln. Die journalistische Qualität, für die die ARD und
damit das „Erste“ steht, ist mit diesem Sendebeitrag nicht gehalten
worden! |
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Einer
der beiden Diabetiker (63 Jahre alt) sagte, er benutze seit 1999
Insulinanaloga und vor zwei Jahren sei nun die Diagnose Prostatakrebs
gestellt worden. Hierzu muss man wissen, dass es keinerlei Studien
weltweit gibt, die den Verdacht aufkommen lassen, dass die künstlich
hergestellten Insuline die Entstehung des Prostatakrebses begünstigen.
Vielmehr gibt es epidemiologische Studien, die zeigen, dass ca. 30.000
bis 40.000 Männer in Deutschland pro Jahr Prostatakrebs bekommen und dass
ab dem 60. Lebensjahr das Risiko, daran zu erkranken, um das Dreifache
steigt – egal ob man Diabetes hat oder nicht. Und es gibt keinen Hinweis
darauf, dass es einen Unterschied macht, ob man Humaninsulin oder künstlich
hergestelltes Insulin spritzt. Man darf hier nicht zusammenwerfen, was
nicht zusammengehört! ... |
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Des
weiteren wurde ein anderer Patient gezeigt, der auch Insulinanaloga
verwendet und dessen Augen im Verlauf schlechter wurden – auch sein
verletzter diabetischer Fuß war groß und länger auf dem Bildschirm zu
sehen. Die Botschaft: Insulinanaloga machen die Augen krank, schädigen
gar die Füße der Patienten. Richtig ist, dass Hunderttausende Diabetiker
in Deutschland eine diabetische Augenerkrankung („Retinopathie“)
haben, und dass rund 30.000 Diabetiker pro Jahr amputiert werden –
ganz egal, welche Art der Therapie angewendet wird. Augenerkrankungen,
Fußerkrankungen, Herz- und Nierenerkrankungen sind längst bekannte
Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. |
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Uns
geht es gar nicht so sehr um die medizinische Komponente des am 16. 02.
2004 ausgestrahlten Filmbeitrages „Insulinanaloga“ in der Sendung
„FAKT“; vielmehr bemängeln wir die Art, wie in diesem Filmbeitrag
Meinung gemacht worden ist – um eine ausgewogene Art der
Berichterstattung ging es Ihrem Autoren beileibe nicht, denn:
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Hatte
Ihr Autor denn keine Lust, auch in diese Richtung zu recherchieren? Oder
sollten ihm diese Quellen etwa unbekannt sein? Beides, sehr geehrte Damen
und Herren, wäre nicht der Qualitätsstandard, den die Bundesbürger
zur besten Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erwarten dürfen.
Diese Art Journalismus hat Ihr Sender nicht verdient – schon gar nicht
aber wir als Kunden und Gebührenzahler. |
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Vielleicht
fragen Sie sich, was man mit einer solchen Vorgehensweise anrichtet?
Dieses Schreiben erreicht Sie unter anderem deshalb, weil in den DDB-Geschäftsstellen
sowie in der Redaktion unseres Verbandsorgans seit Tagen die Telefone
nicht stillstehen und uns Massen an E-Mails erreichen: Verunsicherte Mütter
und Väter rufen an und haben Angst um das Wohl ihrer Kinder, die künstliche
Insuline tagein, tagaus spritzen. Männer melden sich bei uns und fragen,
ob sie denn nun Krebs bekommen würden, da sie seit Jahren Insulinanaloga
spritzen. Es ist unerträglich! |
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Sehr
geehrter Herr Dr. Struve, falls Sie nun den Eindruck haben, dieses
Schreiben sei von Unzufriedenheit mit der von Ihrem Sender praktizierten
Form von Journalismus geprägt, so seien Sie gewiss: Dieser Eindruck
stimmt. |
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Mit freundlichen Grüßen |
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Volker Krempel |
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Verleger
der Zeitschrift |
Bundesvorsitzender Deutscher Diabetiker Bund |
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CC: |
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| MDR, Der Intendant, Prof. Dr. Udo Reiter, Kantstraße 71-73, 04275 Leipzig | |||||
| MDR, Red. Zeitgeschehen, Redaktionsleitung Fakt, Wolfgang Fandrich, 04360 Leipzig | |||||
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