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Fakt berichtet in dem Beitrag über so genannte
Analog-Insuline. Die Art der Berichterstattung könnte den
Eindruck erwecken, dass diese Insuline bei Diabetikern langfristig
eine Krebserkrankung auszulösen vermögen.
Als Analog-Insuline werden Insuline bezeichnet,
die künstlich hergestellt werden. (Übrigens werden auch
menschliche Insuline künstlich hergestellt.) Analog-Insuline
weisen im Vergleich zu menschlichen Insulinen Veränderungen am
Insulinmolekül auf. Diese Veränderungen führen nicht zu einer
Änderung der Insulinwirkung selbst; diese Insuline schleusen
genauso wie menschliches Insulin oder tierische Insuline den
Blutzucker aus dem Blutstrom in die Körperzellen ein, senken also
den Blutzucker auf dieselbe Weise wie menschliches oder tierisches
Insulin.
Jedes Insulin muss gespritzt werden, d. h. dem
Zuckerkranken von außen zugeführt werden - menschliches Insulin
genauso wie tierische Insuline oder Analog-Insuline.
Analog-Insuline haben jedoch einen Vorteil gegenüber gespritzten
menschlichen oder tierischen Insulinen: Der Übertritt der
Analog-Insuline von der Spritzstelle im Unterhautfettgewebe in die
Blutbahn erfolgt mit anderer Geschwindigkeit. Durch diesen Trick
lassen sich die natürlichen Bedingungen, die beim Gesunden
vorliegen, viel besser nachahmen. Bei Behandlung mit
Analog-Insulinen kommt man also den Verhältnissen eines Gesunden
viel näher als bei Behandlung mit menschlichem Insulin selbst
oder mit tierischen Insulinen. Die Forderungen der
Diabetesspezialisten, für die Therapie Insuline in die Hand zu
bekommen, mit denen die natürlichen Lebensbedingungen beim
Gesunden besser nachgeahmt werden können, war schließlich der
Grund für die Industrie, diese Insuline zu entwickeln. Sie
stellen einen eindeutigen Fortschritt in der Behandlung der
Zuckerkrankheit dar.
Versuche im Reagenzglas haben gezeigt, dass
Analog-Insuline genauso wie menschliches Insulin oder tierische
Insuline nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch die Zellteilung
beeinflussen können. Sie wirken dabei ähnlich wie bestimmte
Wachstumsfaktoren. Diese so genannte „mitogene“ Wirkung, die
an einer - für ganz andere Zwecke im Reagenzglas gezüchteten -
bestimmten Tumorzellart gefunden wurde, ist beim Menschen nicht
erwiesen. Eine krebsfördernde Wirkung von Insulinen ist nicht
bekannt.
Die DDG hat dies bereits früher umfassend
diskutiert. „Prinzipiell neue Gesichtspunkte haben sich seitdem
nicht ergeben“, betont Professor Dr. Peter Bottermann,
Pressesprecher und Ärztlicher Generalsekretär der DDG. Die DDG
verweist in diesem Zusammenhang deshalb auf eine von ihr im
Dezember 2000 veröffentlichte Stellungnahme mit dem Titel:
Stellungnahme
zur mitogenen Wirkung von Insulin und Insulinanaloga
Quelle:
Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft vom
24.02.2004: Stellungnahme der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG)
zum Beitrag "Insulinanaloga" in der Fernsehsendung FAKT
am Montag, dem 16. Februar 2004, 21:05 Uhr; ARD/MDR |