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Diät
im Kampf gegen Diabetes
Diana Droßel war damals 24 Jahre alt und
Krankenschwester. Diabetes hatte sie seit ihrer frühesten Kindheit -
das war für sie allerdings kein großes Problem, nur unangenehm:
"Wenn ich an die Zeit zurückdenke, denke ich vor allem an viel
Kartoffeln und in Wasser gekochtes Gemüse. Ich bin in den sechziger und
siebziger Jahren groß geworden. Da bedeutete Diabetes für die
Patienten vor allem: Strenge Diät!" Damit sollten die Diabetiker
vor den gravierenden Folgeschäden der Krankheit bewahrt werden:
Nierenerkrankungen, Nervenfunktionsstörungen, die bis zu einer
Amputation führen können, und Augenerkrankungen können durch die
Diabetes verursacht werden.
Das Diät-Prinzip funktionierte zunächst auch bei Diana Droßel.
"Mit vierundzwanzig hatte ich noch keine Folgekrankheit. Doch dann
ging alles ganz schnell. Ich glaube heute, es lag auch daran, dass ich während
meiner Zeit als Krankenschwester an Hepatitis erkrankt bin und mein Körper
dadurch einfach geschwächt war." Denn dass sie innerhalb eines
Jahres vollständig erblindete, ist nicht typisch für den Verlauf der
Krankheit. Bei vielen Patienten kann man die Augenkrankheit aufhalten
oder der Erblindungsprozess zieht sich über mehrere Jahre.
Mit viel Übung zur Selbständigkeit
"Nachdem
ich vollständig blind war, bin ich zunächst in eine Rehabilition
gekommen. Und da wurde mit ganz schnell klar: Jetzt heißt es üben, üben,
üben, damit man wieder selbständig wird. Ich habe täglich zwei
Stunden mit dem Langstock für Blinde trainiert, bin damit durch die
Straßen gelaufen. Ganz wichtig war auch, die Punktschrift zu lernen:
Ich war ja praktisch wieder Analphabetin." Mit viel Willen, aber
auch gestärkt durch ihre Erfolge, fasste Diana Droßel wieder neuen
Lebensmut. Sie schulte um, arbeitete als Diabetiker-Beraterin und lernte
als blinde Frau ihren Mann kennen. Mit ihm vorneweg ist sie im Urlaub
sogar schon 2.500 Kilometer Rad gefahren - auf dem Tandem.
Kochen
und Backen für Blinde
Heute engagiert sich Diana Droßel
im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Mit ihren Erfahrungen hilft
sie denen, die demnächst blind werden oder stark sehbehindert sind.
Denn sie kennt viele Tricks: Zum Beispiel wie Blinde ihren Haushalt
organisieren können. "Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch, dass
macht vieles einfacher. Doch es gibt auch einfache Hilfsmittel: Ich
koche selbst und habe beispielsweise meine Gewürzgläser mit
Punktschrift beklebt. Mein Mann hat mir am Temperaturregler vom Herd mit
einem Konturenstift Markierungen angebracht. So kann ich beim Backen
selber die Gradzahl einstellen."
Das
Leben "im Griff!"
Aber es gibt auch viele
technische Hilfsmittel - etwa eine sprechende Waage oder ein
Farberkennungsgerät. "Das ist besonders praktisch. Das sagt mir
genau, um welchen Farbton es sich handelt. Damit kann ich Wäsche
sortieren, oder mir morgens die Kleidung zusammenstellen. Es sagt mir
aber auch, wer im Urlaub brauner geworden ist - mein Mann oder
ich." Diana Droßel hat ihr Leben im Griff. Sie zeigt, dass
sie die Welt zwar grau sieht, aber nicht grau empfindet.
Stand: 16.05.04
Quelle:
www.wdr.de
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