Wir über uns

Seit nunmehr über 50 Jahren kämpft der „Deutsche Diabetiker Bund (DDB)“ um eine Verbesserung der Versorgung und bessere Information für die Betroffenen. Es gibt jedoch auch Dokumente, die belegen, dass es vor dem letzten Weltkrieg schon eine Selbsthilfeorganisation der Diabetiker in Deutschland gegeben hat. Aus dem DDB mit einigen wenigen Mitstreitern ist inzwischen die mit Abstand größte Selbsthilfeorganisation für Diabetiker in Deutschland geworden mit nunmehr über 1000 ehrenamtliche Mitarbeitern bundesweit.

  Auch der Landesverband Nordrhein-Westfalen im DDB existiert seit der Gründerzeit.

Zur Historie der Diabetikerversorgung und der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes
Auswirkungen der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes
Aktueller Stand der Diabetiker-Versorgung in Deutschland
Forderung nach Anerkennung als Facharzt für Diabetologie

Besondere Erfolge des Deutschen Diabetiker Bundes

Teststreifen ohne Zuzahlung
Insulinzuzahlung und Härtefallregelung (Befreiung von der Zuzahlung und Eigenanteile)
Bessere Vorsorge durch qualifizierte Fußpflege in NRW
Entwicklung und Veränderungen im Deutschen Diabetiker Bund
Aktuelle Probleme in der Diabetiker-Versorgung

Zur Historie der Diabetikerversorgung und der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes  

Bis zum Jahr 1980 wurden Diabetiker noch nach einem starren Behandlungskonzept eingestellt. Der Tagesablauf wurde von pünktlichen Insulininjektionen und zeitlich vorgegebener Nahrungsaufnahme bestimmt. 1980 wurde dann erstmalig von der UNI-Klinik in Düsseldorf unter der Leitung von Professor Berger ein strukturiertes Schulungsprogramm für Diabetiker entwickelt. Mit dieser Schulung wurden Diabetiker in die Lage versetzt, entsprechend den Bedürfnissen des Alltags und des Berufes die Therapie entsprechend anzupassen. In den Folgejahren wurde dann dieses strukturierte Schulungsprogramm in vielen stationären Einrichtungen bundesweit eingeführt. Doch auch die Therapie veränderte sich. Die Selbstkontrolle spielte eine immer wichtigere Rolle in der Diabetikerversorgung. Damals wurden auch die ersten Insulinpumen eingeführt.  

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Auswirkungen der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes

In den Folgejahren hat sich der DDB sowohl regional wie auch auf Landes- und Bundesebene nachdrücklich dafür eingesetzt, dass diese strukturierten Schulungen möglichst an allen Krankenhäusern bundesweit eingeführt wurden. Jeder Diabetiker sollte die Möglichkeit haben, wohnortnah an einer strukturierten Diabetikerschulung teilnehmen zu können.
Im Oktober 1989 kam dann für viele Mitarbeiter im
DDB eine ernüchternde Meldung aus Italien. Bei einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Diabetesförderation (IDF) für den Bereich Europa und vieler Fachdia-betologen aus allen europäischen Ländern wurde festgestellt, dass es in der Versorgung der Diabetiker doch noch erhebliche Defizite gibt. Die gravierenden Folgekrankheiten wie Neuerblindung, Dialyse, Amputation und andere waren und sind noch erschreckend hoch. Eine Ursache lag nach Meinung vieler Konferenzteilnehmer an der mangelnden Information (Schulung) der Betroffenen. Zum Abschluss der Konferenz wurde dann die wohl den meisten Diabetikern inzwischen bekannte sogenannte „St. Vincent-Deklaration“ verabschiedet.

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Aktueller Stand der Diabetiker-Versorgung in Deutschland

Nach Verabschiedung der „St. Vincent-Deklaration“ wurde den verantwortlichen Institutionen im Gesundheitswesen in Deutschland sehr schnell bewusst, dass die erforderliche Ausweitung der Diabetikerschulungen unter stationären Bedingungen aus Kostengründen nicht vertretbar ist. Durch die Einrichtung von diabetologischen Schwerpunktpraxen sollten mehr Diabetiker ambulant und kostengünstiger geschult werden. Da nach den geltenden Vorschriften in Deutschland eine Behandlung vorrangig ambulant erfolgen muss, wurden, entgegen den Bestrebungen des DDB, gleichzeitig die qualifizierten stationären Einrichtungen einschließlich der hochqualifizierten Fußambulanzen größtenteils wieder geschlossen. Die Folgen sind deutlich. Trotz der St. Vincent-Deklaration konnten in den vergangenen Jahren die diabetesbedingten, häufig gravierenden, Folgekrankheiten nicht wesentlich reduziert werden.  

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Forderung nach Anerkennung als Facharzt für Diabetologie

Seit Jahren fordert der DDB die Einführung der Bezeichnung „Diabetologe“ für besonders qualifizierte Ärzte. Aber auch mit dem Titel „Diabetologische Schwerpunktpraxis“ ist für jeden Diabetiker erkennbar, dass es sich bei dem Arzt um einen besonders qualifizierten Diabetologen handelt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass dieser Titel nach Außen kundgetan und auf dem Praxisschild angebracht werden darf.

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Besondere Erfolge des Deutschen Diabetiker Bundes  

Teststreifen ohne Zuzahlung  

Ein besonderer Erfolg, der vielen Diabetikern erheblichen Vorteile gebracht hat, ist dem DDB bereits 1992 gelungen. Teststreifen zur Selbstkontrolle bei Diabetikern zählen nach den geltenden Vorschriften in Deutschland als Arzneimittel. Mit Unterstützung der Deutschen Diabetes Union (DDU) konnte beim Gesundheitsminister erreicht werden, dass per Rechtsverordnung die Teststreifen bei der Zuzahlungsregelung ausgenommen worden sind. Nur wenigen Diabetikern ist bekannt, dass diese Sonderregelung nur durch die besonderen Aktivitäten des DDB erreicht werden konnten. An dieser Stelle sei bemerkt, wenn alle Diabetiker, die einen erheblichen Vorteil aus dieser Sonderregelung erzielen, Mitglied im Diabetiker Bund wären, könnten wir viele angestrebte Ziele leichter erreichen.

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Insulinzuzahlung und Härtefallregelung (Befreiung von der Zuzahlung und Eigenanteile)  

Ein weiterer nicht minder wertvoller Erfolg ist indirekt auf die Klage des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gegen die Insulinzuzahlung zurückzuführen. Leider ist der DDB seinerzeit vor dem Bundessozialgericht unterlegen. Nach ausführlichen anwaltlichen Beratungen hat der Landesverband Nordrhein-Westfalen dann Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Einem Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht ist der Gesetzgeber durch eine Änderung in der Härtefallregelung zuvorgekommen.
Nach dieser gesetzlichen Änderung können chronisch Kranke nach Zuzahlung einer individuellen Belastungsgrenze für die weitere Dauer der Behandlung der chronischen Erkrankung von den Zuzahlungen befreit werden. Durch diese Härtefallregelung sind Millionen Diabetiker von der Zuzahlung befreit. Eine größere Bereitschaft zu mehr Solidarität durch eine Mitgliedschaft im DDB ist leider nicht erkennbar. Nach dieser gesetzlichen Änderung hat der DDB auf eine Weiterführung des Klageverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht verzichtet.  

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Bessere Vorsorge durch qualifizierte Fußpflege in NRW

Seit Jahren ist es ein besonderes Anliegen des DDB, für Diabetiker mit Fußkomplikationen eine besonders qualifizierte Behandlung zu ermöglichen. Er hat für die Einführung des Podologengesetzes gestritten und bildet in Projekten berufsbegleitend Podologen (Fußpflegerinnen und Fußpfleger) flächendeckend weiter. Wir werden auch zukünftig bemüht sein, Weiterbildungsmaßnahmen für Podologen anzubieten. Unser Ziel ist es, flächendeckend Podologen (Fach-Fußpfleger) kontinuierlich fortzubilden, dass jeder Diabetiker durch einen besonders qualifizierten Podologen behandelt werden kann. Dazu wurde im Landesverband NRW des DDB ein Arbeitskreis „Fuß“ gegründet. In Anlehnung an den „Gesundheitspass Diabetes“ wurde u. a. der „Fußpass“ und ein Erhebungsbogen entwickelt. Darin werden bei Fußkomplikationen alle Behandlungen und Ergebnisse eingetragen. Diese könnten bei entsprechender Anerkennung durch die Fachverbände auch als Nachweis zum Antrag auf Kostenerstattung bei der Krankenkasse vorgelegt werden.

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Entwicklung und Veränderungen im Deutschen Diabetiker Bund

Auch in der internen Arbeit kann der DDB im Lande Nordrhein-Westfalen auf erhebliche Erfolge verweisen. Jeder Diabetiker, hat in den letzten Jahren feststellen können, dass immer häufiger über die Volkskrankheit Diabetes in den allgemeinen Medien berichtet wird. Leider waren diese Berichte nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt vorbereitet und ausreichend recherchiert
Hier nur in kurzer Form die Entwicklung der letzten 10 Jahre im Landesverband NRW des DDB.  

· Steigerung der Mitgliederzahl von 4000 auf weit über 10000.
· Steigerung der Fördermitglieder von 0 auf über 600
· Einrichtung von Diabetes-Sportgruppen von 0 auf 110.
· Steigerung der Eltern-Kind-Gruppen auf inzwischen über 70.
· Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter von 90 auf 350.
· Jährlich 12 Mitarbeiter Weiterbildungen.
· Überarbeitung der Satzung und Geschäftsordnung, Schaffung einer Schlichtungsordnung.
· Gründung, Auf- und Ausbau der Mitgliederzeitschrift „subkutan“. Auflage derzeit über 25.000 !
· Seit 10 Jahren jährlich drei Ferienfreizeiten für 9 – 12 jährige, 13 – 15 jährige und 16 – 18 jährige Kinder und Jugendliche und deren Freunde.
· Anschaffung und Einsatz eines „Diabetes-Info-Mobils“.

Dazu wurden in der Arbeit des Landesverbandes durch die Einrichtung verschiedener Arbeitskreise besondere Schwerpunkte gesetzt.

So wurden nach und nach in NRW folgende Arbeitskreise gegründet:  

* Arbeitskreis Fuß  
* Arbeitskreis Freizeiten
* Arbeitskreis Sport
* Arbeitskreis Krankenkassen
* Arbeitskreis Soziales  
* Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit
* Arbeitskreis Eltern-Kind  
* Fachbeirat  
* „subkutan-Verbund“  (dem zwischenzeitlich 8 weitere Landesverbände und Mitgliedsorganisationen beigetreten sind)  
* Arbeitskreis Internet
* Arbeitskreis Apotheken  

Durch die Ausweitung der Tätigkeiten im Landesverband wurde es auch erforderlich, die Anzahl der Mitarbeiter in unserer Landesgeschäftsstelle auszuweiten. War 1991 nur eine Vollzeitkraft in der Landesgeschäftsstelle beschäftigt, so sind nunmehr zwei Vollzeit- und eine Halbzeitkraft beschäftigt. Zu dem wurde zum 01.01.2002 für halbtags ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt.
Ein weiterer Erfolg des
DDB ist der Einsatz eines „Diabetes-Info-Mobils ab Oktober 2002. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dank an den Landesverband der BKK und der Industrie, durch deren Unterstützung die Anschaffung des Mobils erst möglich wurde.

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Aktuelle Probleme in der Diabetiker-Versorgung

Seit dem 01.01.2002 soll jetzt durch Disease Management Programme (DMP) die Versorgung der Diabetiker  wesentlich verbessert werden. Nach der Präambel der  am 01.07.2002 in Kraft getretenen Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zu den DMP soll auf der Basis Evidenz basierter Medizin die Versorgung der Betroffenen und die Lebensqualität verbessert, die Folgekrankheiten und damit Folgekosten verringert werden.
Die seit April im Lande Baden Württemberg in Pilotprojekten eingeführten Programme deuten jedoch darauf hin, dass hier mit einer Minimalversorgung die Ausgaben um jeden Preis verringert werden sollen und damit gravierende Folgekrankheiten und ein möglicher frühzeitiger Tod der Betroffenen billigend in Kauf genommen wird.

Evidenz basierte Medizin

  Evidenz basierte Medizin in der Diabetikerversorgung besteht aus drei gleich berechtigten Komponenten:  

1. Bestverfügbarer wissenschaftlicher Nachweis für den Nutzen und die    

    Sicherheit von therapeutischen Interventionen aus der Sicht des Patienten 

    (Auswirkungen auf die Morbidität und Mortalität, Lebensqualität).

2. Erfahrungen des Arztes, bezogen auf die individuelle Situation des Patienten.

3. Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse des Patienten.

Bei den vorliegenden Programmen in Baden Württemberg wurden die Punkte 2 und 3 völlig ignoriert. Hier wird scheinbar nach der Devise verfahren, wenn schon Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit nicht zu den erhofften Einsparungen führen, müssen eben andere Maßnahmen ergriffen werden. Der DDB wird alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen Trend des sozialverträglichen Ablebens entgegen zu wirken. Wir werden unsere Mitglieder immer aktuell über die neuesten Entwicklungen in der Versorgung umfassend informieren.

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© Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. letzte Änderung 06.08.2002