Seit nunmehr über 50 Jahren kämpft der „Deutsche
Diabetiker Bund (DDB)“ um eine Verbesserung der Versorgung und bessere
Information für die Betroffenen. Es gibt jedoch auch Dokumente, die belegen,
dass es vor dem letzten Weltkrieg schon eine Selbsthilfeorganisation der
Diabetiker in Deutschland gegeben hat. Aus dem DDB mit einigen wenigen
Mitstreitern ist inzwischen die mit Abstand größte Selbsthilfeorganisation
für Diabetiker in Deutschland geworden mit nunmehr über 1000 ehrenamtliche
Mitarbeitern bundesweit.
Zur
Historie der Diabetikerversorgung und der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes
Auswirkungen der Arbeit des Deutschen Diabetiker Bundes
Im Oktober 1989 kam dann für viele Mitarbeiter im DDB eine ernüchternde Meldung aus Italien. Bei einer
Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen
Diabetesförderation (IDF) für den Bereich Europa und vieler Fachdia-betologen
aus allen europäischen Ländern wurde festgestellt, dass es in der Versorgung
der Diabetiker doch noch erhebliche Defizite gibt.
Aktueller Stand der Diabetiker-Versorgung in Deutschland
Forderung nach Anerkennung als Facharzt für Diabetologie
| Besondere
Erfolge des Deutschen Diabetiker Bundes |
Ein besonderer Erfolg, der vielen Diabetikern erheblichen Vorteile gebracht hat,
ist dem DDB
bereits 1992 gelungen. Teststreifen zur Selbstkontrolle bei Diabetikern zählen
nach den geltenden Vorschriften in Deutschland als Arzneimittel. Mit
Unterstützung
der Deutschen Diabetes Union (DDU) konnte beim Gesundheitsminister erreicht werden, dass per Rechtsverordnung die
Teststreifen bei der Zuzahlungsregelung ausgenommen worden sind.
Insulinzuzahlung
und Härtefallregelung (Befreiung von der Zuzahlung und Eigenanteile)
Nach dieser gesetzlichen Änderung können chronisch Kranke nach
Zuzahlung einer individuellen Belastungsgrenze für die weitere Dauer der
Behandlung der chronischen Erkrankung von den Zuzahlungen befreit werden.
Durch diese Härtefallregelung sind Millionen Diabetiker von der Zuzahlung
befreit. Eine größere Bereitschaft zu mehr Solidarität durch eine
Mitgliedschaft im DDB
ist leider nicht erkennbar.
Seit Jahren ist es ein besonderes Anliegen des DDB, für Diabetiker mit Fußkomplikationen eine
besonders qualifizierte Behandlung zu ermöglichen. Er hat für die Einführung
des Podologengesetzes gestritten und bildet in Projekten berufsbegleitend
Podologen (Fußpflegerinnen und Fußpfleger) flächendeckend weiter. Wir
werden auch zukünftig bemüht sein, Weiterbildungsmaßnahmen für Podologen
anzubieten.
Auch in der internen Arbeit kann der
DDB im Lande Nordrhein-Westfalen auf erhebliche Erfolge
verweisen. Jeder Diabetiker, hat in den letzten Jahren feststellen können, dass
immer häufiger über die Volkskrankheit Diabetes in den allgemeinen Medien
berichtet wird. Leider waren diese Berichte nicht immer mit der notwendigen
Sorgfalt vorbereitet und ausreichend recherchiert
Hier nur in kurzer Form die Entwicklung der letzten 10 Jahre im
Landesverband NRW des DDB.
| · | Steigerung der Mitgliederzahl von 4000 auf weit über 10000. | |
| · | Steigerung der Fördermitglieder von 0 auf über 600 | |
| · | Einrichtung von Diabetes-Sportgruppen von 0 auf 110. | |
| · | Steigerung der Eltern-Kind-Gruppen auf inzwischen über 70. | |
| · | Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter von 90 auf 350. | |
| · | Jährlich 12 Mitarbeiter Weiterbildungen. |
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Überarbeitung der Satzung und Geschäftsordnung, Schaffung einer |
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Gründung, Auf- und Ausbau der Mitgliederzeitschrift „subkutan“. Auflage derzeit über 25.000 ! |
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Seit 10 Jahren jährlich drei Ferienfreizeiten für 9 – 12 jährige, 13 – 15 jährige und 16 – 18 jährige Kinder und Jugendliche und
deren |
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| · | Anschaffung und Einsatz eines „Diabetes-Info-Mobils“. |
Dazu wurden in der Arbeit des Landesverbandes durch
die Einrichtung verschiedener Arbeitskreise besondere Schwerpunkte gesetzt.
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Arbeitskreis Fuß |
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| * | Arbeitskreis Freizeiten | |
| * | Arbeitskreis Sport | |
| * | Arbeitskreis Krankenkassen | |
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Arbeitskreis Soziales |
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| * | Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit | |
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Arbeitskreis Eltern-Kind |
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Fachbeirat |
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„subkutan-Verbund“ (dem zwischenzeitlich 8 weitere Landesverbände
und
Mitgliedsorganisationen beigetreten sind) |
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| * | Arbeitskreis Internet | |
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Arbeitskreis Apotheken |
Ein weiterer Erfolg des DDB ist der Einsatz eines „Diabetes-Info-Mobils“
ab Oktober 2002. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dank an den
Landesverband der BKK und der Industrie, durch deren Unterstützung die
Anschaffung des Mobils erst möglich wurde.
Seit dem 01.01.2002 soll jetzt durch Disease Management Programme (DMP) die
Versorgung der Diabetiker wesentlich
verbessert werden. Nach der Präambel der am
01.07.2002 in Kraft getretenen Rechtsverordnung des
Bundesgesundheitsministeriums zu den DMP soll auf der Basis Evidenz basierter
Medizin die Versorgung der Betroffenen und die Lebensqualität verbessert, die
Folgekrankheiten und damit Folgekosten verringert werden.
Die seit April im Lande Baden Württemberg in Pilotprojekten eingeführten
Programme deuten jedoch darauf hin, dass hier mit einer Minimalversorgung die
Ausgaben um jeden Preis verringert werden sollen und damit gravierende
Folgekrankheiten und ein möglicher frühzeitiger Tod der Betroffenen billigend
in Kauf genommen wird.
1.
Bestverfügbarer wissenschaftlicher Nachweis für den Nutzen und die
Sicherheit von therapeutischen Interventionen aus der Sicht des Patienten
(Auswirkungen auf die Morbidität und Mortalität, Lebensqualität).
2.
Erfahrungen des Arztes, bezogen auf die individuelle Situation des Patienten.
3.
Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse des Patienten.
© Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. letzte Änderung 06.08.2002