Auswertung der Mitarbeiterbefragung
des DDB Landesverband NRW e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Wolfgang Stemmer, Hagen

 

 

 

 

 

 

 

 

1999 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland den Vorschlag, 2001 ein internationales Jahr der Freiwilligen durchzuführen, beschlossen. In der Mitgliederzeitschrift subkutan wurde auf dieses Ereignis mit dem Beitrag von Wolfgang Stemmer „Ehrenamt: Ein warmer Händedruck - und dann?“ in der Ausgabe 4/2000, Seite 10 – 14, aufmerksam gemacht. Darüber hinaus wurde etwa zur selben Zeit ein Fleyer über „Ehrenamtliches Engagement – Forderungen des Deutschen Diabetiker Bundes, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.“ veröffentlicht. Darin wird ausdrücklich auf das Grundsatzprogramm des Deutschen Diabetiker Bundes vom 15. August 1998 hingewiesen, in dem es heißt:

 

 

 

„Wir motivieren unsere Mitarbeiter, sich kompetent, eigenverantwortlich und selbständig in die Verbandsarbeit einzubringen. Dieses erreichen wir durch Mitarbeiterschulungen, durch einen vertrauensvollen und sachorientierten Umgang, durch Gewährung von Handlungsspielräumen und durch Wahrung von Eigenverantwortlichkeiten, durch frühzeitige Information und durch verbesserte Beteiligung an Entscheidungsfindungen. Wir fordern die gesellschaftliche Anerkennung und Aufwertung des Ehrenamtes.“ 

 

 

 

Auf dieser Grundlage hat der Landesvorstand beschlossen, eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, um einen möglichen Vergleich zu anderen Selbsthilfeorganisationen herstellen und die Daten im gesundheitspolitischen Bereich für seine Arbeit nutzen zu können. Eine solche Umfrage ist bisher einmalig im Deutschen Diabetiker Bund, aber, wie die Recherchen zeigen, auch bei anderen Selbsthilfeorganisationen! Der DDB LV NRW hatte mit Stand vom 31. Dezember 2001 insgesamt 9.366 Mitglieder, davon waren 4.470 Frauen, 4.865 Männer und 31 juristische Personen. Diese verteilen sich auf 26 Bezirksverbände in über 300 Selbsthilfegruppen. Zum selben Zeitpunkt waren 350 Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle gemeldet, die sich aus 180 Frauen und 170 Männern zusammensetzten.

 

 

 

So wurden im Oktober 2001 die damals gemeldeten Mitarbeiter angeschrieben, einen Fragebogen mit fünf Schwerpunkten bis zum 15. November 2002 zu beantworten. Da der Rücklauf bis dahin sehr schwach war, wurden die Mitarbeiter mehrfach angeschrieben und gebeten, den Fragebogen ausgefüllt zurückzuschicken. Im März 2002 wurde die Aktion beendet. Auf der erweiterten Landesvorstandssitzung vom 12. Oktober 2002 wurden die Ergebnisse in Duisburg vorgestellt.

 

 

 

Die Schwerpunkte der Mitarbeiterbefragung waren:

 

 

 

1.      Persönliche Daten

 

Diese Daten wurden benötigt, um mit dem Mitarbeiter gegebenenfalls Kontakt aufzunehmen, um über seine Vorschläge sprechen zu können.

 

 

 

2.      Angaben zum Diabetes

 

Diese Angaben sollten das Profil unserer Mitarbeiter abrunden und zeigen, ob die Forderungen des DDB mit der Praxis identisch sind.

 

 

 

3.      Angaben zum DDB

 

Diese Angaben sollten einer Bestandsaufnahme des Landesverbandes dienen und die tatsächlichen Strukturen, aber auch Probleme sichtbar machen.

 

 

 

4.      Angaben zum Beruf

 

Diese Befragungen sollten zeigen, ob die Mitarbeiter mit ihren erlernten Tätigkeiten und Fähigkeiten, aber auch Hobbies, möglicherweise bereit sind, diese in die Arbeit im Landesverband einzubringen. 

 

 

 

5.      Soziale Kompetenz

 

In diesem Schwerpunkt ging es darum, herauszufinden, ob und wie der Landesvorstand seinen Mitarbeitern durch z.B. Weiterbildungen im schwierigen Beratungs- und Organisationsumgang weiter helfen kann.

 

 

 

Rücklauf und Zusammensetzung der Befragten:

 

 

 

Es wurden 97 Fragebögen von 48 Frauen und 49 Männern ausgefüllt zurückgeschickt. Das ist ein Rücklauf von 28 %, bezogen auf 350 Mitarbeiter.

Diese 97 Personen setzen sich zusammen aus: 77 Diabetikern (79%), von denen 35 Frauen und 42 Männer sind. Von diesen haben Typ 1 Diabetes 24 Frauen (31%) und 23 Männer (30%); Typ 2 Diabetes haben 11 Frauen (14%) und 19 Männer (25%).

Gesamt haben 61 % Typ 1 Diabetes und 39 % Typ 2 Diabetes.

12 Angehörige (12%) ohne Diabetes, 6 Frauen und 6 Männer, sowie 8 Interessierte (8%) ohne Diabetes, 7 Frauen, 1 Mann. Gesamt betragen die Angehörigen und Interessierten 20 Personen (21%).

 

 

 

Zusammenfassung der Auswertung:

 

 

 

Persönliche Daten und Angaben zum Diabetes

 

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Der Schwerpunkt der MitarbeiterInnen liegt zwischen 41 bis 70 Jahre;

 

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Die befragten MitarbeiterInnen, die Angehörige oder Interessierte sind, machen über ein Fünftel aller Mitarbeiter aus;

 

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Die MitarbeiterInnen mit Diabetes haben ihre Erkrankung im Schwerpunkt bis 30 Jahre;

 

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Knapp 60 Prozent der MitarbeiterInnen mit Diabetes haben in den letzten vier Jahren eine Diabetikerschulung besucht;

 

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97 Prozent aller befragten MitarbeiterInnen sind geschult;

 

·

Von allen Mitgliedern Landesverbandes NRW e.V. engagierten sich 3,7% als Mitarbeiter;

 

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Der DDB LV NRW e.V. stellt drei Prozent aller Selbsthilfegruppen in NRW;

 

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Der Altersanteil der über 60 jährigen Mitarbeiter liegt, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt von 26 %, um sieben Prozent höher;

 

 

 

Angaben zum DDB   

 

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Fast 60 Prozent der Mitglieder werden in den ersten vier Jahren der Mitgliedschaft MitarbeiterInnen;

 

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Bei Angehörigen und Interessierten fallen Mitgliedschaft und Mitarbeit im ersten Jahr zusammen;

 

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Etwa 80 Prozent der MitarbeiterInnen leiten eine Selbsthilfegruppe,

 

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über 40 Prozent der MitarbeiterInnen arbeitet im Bezirksverband mit und sieben Prozent auf Landesebene;

 

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Die 87 MitarbeiterInnen des Landesverbandes NRW e.V. arbeiten im Monat 1.545 Stunden. 350 MitarbeiterInnen arbeiten dann 6.595 Stunden im Monat. Das sind im Jahr 79.134 Stunden;

 

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Täglich leisten die 350 MitarbeiterInnen im Landesverband 217 Arbeitsstunden ehrenamtlich pro Tag. Das sind pro MitarbeiterIn und Tag etwa 40 Minuten.

 

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Legt man einen 1992 berechneten Nettostundenlohn von 23 DM (11,75 Euro) für die 79.134 Arbeitsstunden zugrunde, so erwirtschafteten die MitarbeiterInnen des Landesverbandes NRW e.V. im Jahre 2001 929.824 Euro, das waren 1.820.082 DM;

 

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Vom bundesweit hochgerechneten jährlichen zeitlichen Engagement erbringt der Landesverband NRW e.V. o,41 Prozent;

 

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Die MitarbeiterInnen arbeiten knapp zur Hälfte mit Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken zusammen;

 

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Dreiviertel aller Räumlichkeiten, die die MitarbeiterInnen für die Gruppenarbeit nutzen, entfallen auf Krankenhäuser, städtische Räume, Gaststätten, Kirchen und Altentagesstätten;

 

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Mit knapp 80 Prozent verwenden die MitarbeiterInnen Overhead Projektoren, Folien, Dia Projektor und PC;

 

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Motivation fast der Hälfte der MitarbeiterInnen ist es, anderen zu helfen und sie zu informieren.

 

 

 

Angaben zum Beruf

 

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Männer dominieren mit 37 Prozent in erlernten technischen Berufen;

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Frauen gaben mit knapp dreiviertel aller Nennungen kaufmännische und medizinische erlernte Berufe an;

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Bei den ausgeübten Berufen dominieren die Frauen, bis auf die technischen Berufe, überall;

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Zusatzqualifikationen haben sich über die Hälfte der MitarbeiterInnen erworben;

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Über 40 Prozent der MitarbeiterInnen sind Rentner / Pensionäre;

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Die Hobbies der MitarbeiterInnen verteilen sich auf Sport (28 %), Kultur (18 %), Handwerk / Basteln (13 %) und Lesen (12 %);

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Über zwei Drittel der MitarbeiterInnen bringen ihre Fähigkeiten bereits aktiv in die DDB Arbeit ein – 40 Prozent möchten das gerne noch tun;

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Knapp 40 Prozent der Befragten machte konstruktive Anregungen für die Arbeit im DDB Landesverband NRW e.V.;

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Über Zeitreserven verfügen 16 Prozent der MitarbeiterInnen;

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Die Differenzierung zeigt deutlich, dass die Hälfte der MitarbeiterInnen bereit ist, in kurzfristigen Projekten mitzuarbeiten;

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Etwa ein Viertel der Frauen und Männer wollen sich längerfristig engagieren;

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Über 90 Prozent der MitarbeiterInnen kennen die Arbeitsbereiche des Landesverbandes NRW nicht vollständig, d.h. nur die, in denen man selbst tätig ist.

 

 

Soziale Kompetenz

 

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Den MitarbeiterInnen macht die Arbeit im DDB Freude, wenn andere von ihrem Engagement profitieren, aber sie auch Anerkennung, Dank und Bestätigung zurückbekommen;

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Besondere Schwierigkeiten sahen die MitarbeiterInnen zu einem Viertel in Organisatorischen Problemen und neun Prozent in fehlender Unterstützung durch den Bezirksverband oder den Landesverband;

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8 Prozent gaben körperliche oder gesundheitliche Einschränkungen an;

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An ihre persönlichen Grenzen stießen etwa ein Fünftel der MitarbeiterInnen durch Zeitmangel und oder zu vielen Terminen;

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12 Prozent der MitarbeiterInnen gaben gesundheitliche Probleme an;

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Knapp zwei Drittel der MitarbeiterInnen bewältigen frustrierende Erlebnisse dadurch, indem sie mit jemanden sprechen oder die Sache überschlafen;

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Ein Fünftel vermeidet das Thema, lenkt davon ab oder stürzt sich in kulturelle Aktivitäten;

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Über 40 Prozent der MitarbeiterInnen wollen ihre Kompetenz im Umgang mit Menschen erweitern und sich weiterbilden;

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Das schönste Erlebnis der MitarbeiterInnen zeigt, dass sie Bestätigung ihrer Arbeit erhalten haben. Die ihnen entgegengebrachte Anerkennung und der Dank geben ihnen Stärke und Motivation.

© Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.