Jugend- und Kinderfreizeit 2009

Erholung, Spaß und Aha-Effekte

 

Was machen Kinder und Jugendliche mit und ohne Diabetes in den Sommerferien? Sie fahren mit dem DDB LV NRW e.V. an die Ostsee oder den Aasee. Insgesamt 21 Jugendliche im Alter von 13 – 17 Jahren fuhren mit einem vierköpfigen Betreuungsteam für eine Woche in den Norden, die 9 – 12-Jährigen ins Westfälische.

 

Niendorf mit seinem kleinen Hafen und dem längsten Strand an der Ostseeküste war für Fisch-, Eis-, Sonnenhungrige und Wasserratten genau das Richtige. Die abendlichen Strandspaziergänge erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit. So standen Bewegung am Strand und „Chillen“ ganz hoch im Kurs. Zudem standen unterschiedliche Aktionen auf dem Programm wie beispielsweise der Hochseilgarten in Travemünde, in dem sich alle in luftiger Höhe von Baum zu Baum hangelten. Der etwa sieben Kilometer von der Unterkunft entfernte Ort gab auch Gelegenheit zum Bummeln und Shoppen. Eine Schifffahrt über die Trave bot einen schönen Blick auf den Hafen und die Promenade des Ostseehafens.

 

In Warnemünde erfuhren die Jugendlichen in der Seehundforschungsstation Interessantes über die Wahrnehmungswelt der Meeresbewohner. Und die Besichtigung der Lübecker Innenstadt mit anschließender Freizeit zur Selbstgestaltung erwies sich als gelungen, auch Dank der interessanten Stadtführung vom Lübecker Verkehrsverein.

 

Der Tag im Hansapark Sierksdorf war voller Adrenalinschübe, die sich - wie auch im Hochseilgarten - in den Blutzuckerwerten der Jugendlichen spiegelten. Denn neben dem Spaß und der Erholung ging es auch immer um die Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Diabetes möglich ist in der Entwicklung hin zum Erwachsenen. Tagebuchbögen wurden von den Jugendlichen geführt und vom Betreuungsteam in Verlaufskurven ausgewertet. Nächtliches Blutzuckermessen durch das Team ergänzten die Eintragungen. Jeden Abend gab es eine Reflexionsrunde über den Tag und die Werte, am Abschlussabend dann eine Gesamtsicht auf die Fahrt und den Vergleich von Verlaufskurven, um dann mit Eisessen, Bilderschau und einem letzten Besuch am Strand die Freizeit an der Ostsee ausklingen zu lassen.

 

 

Auf Entdeckungstour in Münster

 

Interessante Aktivitäten gab es auch für die Kinder in Münster. Direkt vor der Unterkunft lag der Aasee. Es gab Möglichkeiten zum Tretbootfahren, zur Fledermausbeobachtung, zu einer Schifffahrt zum Zoo und zum Grillen. Das Freilichtmuseum „Mühlenhof“ befand sich ebenfalls am See. Beeindruckend war hier vor allem die alte Schule und der Unterricht „mit Rohrstock“. Der Besuch eines Traubenzuckerherstellers bot Einblicke in die Produktion. So lernten die Kinder – angetan mit Schutzhaube und Kittel -  Vieles, was auch nur wenige Erwachsene wissen. Kostproben gab es in Mengen und zum Schluss noch ein Plüschtier.

 

Mittelalterlich wurde es auf der Burg Vischering, biologisch beim Keschern im Naturschutzgebiet Rieselfelder, informativ bei der Stadtrallye, warm beim Eisessen, himmelstürmend im Planetarium, olympiaverdächtig im Schwimmbad und feucht (nur von oben) bei der Schifffahrt über den Dortmund-Ems Kanal und durch die Schleuse Münster.

 

Genau wie in Niendorf wurde auch hier nachts der Blutzucker gemessen, allabendlich der Tag bewertet und gemeinsam beschlossen, wie er ausklingen sollte. Insgesamt brauchten die Kinder aber wesentlich mehr Unterstützung, gerade beim Schätzen der Broteinheiten und der entsprechenden Insulindosierung.

 

Es waren sowohl für die Kinder und Jugendlichen, als auch für das Team der Betreuerinnen und Betreuer interessante
„Wir-haben-etwas-dazu-gelernt-Wochen“.
Viele bekundeten, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen.
Also dann: Kiek mol wedder in und jovel Freizeit!

 

 

 

Die Ferienfreizeiten wären ohne die Unterstützung einiger Firmen und Institutionen so nicht durchführbar gewesen. So danken die Organisatorinnen der Traubenzuckerfabrik „intact“, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine Außenbezirk Münster, der Feldschlösschen Spezialbier Brauerei und dem Jugendrotkreuz Münster für ihre freundliche Unterstützung.

 

Elvira Lambertz

Susanne Piotrowski