Diabetes Aktuell in Aachen – immer ein Treffer!

Zum siebten Mal fand am 27. Juni 2009 in Aachen die Veranstaltung „Diabetes Aktuell“ statt. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Informationen zum Thema Diabetes und körperliche Bewegung. Unterstützt vom Fußballverein Alemannia Aachen erfuhren die Besucher nicht nur Näheres über den „Neuen Tivoli“, wie das neue Fußballstadion im Volksmund genannt wird, sondern auch über sportliche Projekte, die der Verein für Kinder und Jugendliche plant.

Der zweijährige Leo ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und prüfte die aufgebaute Torwand erst einmal auf ihre Standfestigkeit. Schließlich entschied er sich für die Position des Torhüters, um das bunte Treiben zu Beginn der Veranstaltung fest im Blick halten zu können. Über 1.700 Interessierte waren gekommen und das auch, um beim Torwandschießen ein Jahres- Abonnement für den Neuen Tivoli zu gewinnen, das die Alemannia Aachen zur Verfügung gestellt hatte. Professor Dr. Wilhelm Berges, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Luisenhospitals Aachen, dankte seiner Mitarbeiterin, der Diabetologin Dr. Gabi Lätzsch, und Dr. Hans-Ullrich Dieck als Vertreter der diabetologischen Schwerpunktpraxen für die gute Kooperation und Organisation dieses Diabetikertages. Professor Berges gab den Besuchern im Eurogress gleich zu Beginn einen Überblick über die Auswirkungen von gesunder Ernährung und körperlicher Betätigung auf den Blutzuckerspiegel und die Stoffwechsellage des Menschen.

Lebensstiländerung wirksamer als Medikamententherapie

Untersuchungen zufolge entwickelten Menschen, die man über einen Zeitraum von drei Jahren intensiv begleitet hat und die sich gesund ernährten sowie regelmäßig körperlich betätigten, zu 58 Prozent seltener einen Diabetes als das in einer Vergleichsgruppe, die sich nicht körperlich betätigte, der Fall war. Das zeigt, „Lebensstiländerung ist wirksamer als eine Medikamententherapie“, so Professor Berges. Diese Botschaft soll den Patienten auch mit dem Schulungsprogramm DISCO in den Arztpraxen vermittelt werden. Auch hier zeigen sich erste Erfolge.

Disziplin als Gemeinsamkeit

Als Professor Berges rückblickend auf das fußballerische „Wunder von Bern“ ins Schwärmen gerät, sagt er etwas, das vielen Zuhörern zu denken gibt: „Sport und der Umgang mit einer chronischen Erkrankung haben eines gemeinsam: Disziplin.“ Dabei wird so manchem ganz plötzlich bewusst, dass jedes für sich genommen leichter zu meistern ist, wenn man beides miteinander kombiniert. Motivation ist eben alles! Motivation zum Fußballspielen und damit für eine Art der kontinuierlichen körperlichen Betätigung wünscht sich auch Friedjof Kraemer, Geschäftsführer des Zweitligisten Alemannia Aachen. Gemeinsam mit Stadionsprecher Robert Moonen appelliert er an Kinder und Jugendliche, sich nicht hinter dem Schreibtisch zu verkriechen, sondern aktiv Spaß am Spiel zu haben. Auch die Sportvereine stellen fest, dass Jugendliche sich immer weniger bewegen. Die Alemannia ist daher in Verhandlungen mit Schulen, um im Sportbereich wieder mehr Kooperation aufzubauen. Denn auch auf dem schulischen Sektor gerät die Sportarbeit immer mehr ins Hintertreffen. Das trifft auf alle Sportarten zu. „Wir wollen auch den Breitensport wieder mehr fördern“, so Stadionsprecher Moonen. Das neue Tivoli-Stadion soll daher nicht nur den Fußballern, sondern auch vielen anderen Sportarten und Vereinen beispielsweise aus dem Bereich Leichtathletik, Hockey oder Volleyball offen stehen. Ganz besonders am Herzen liegt dem Verein, Projekte mitzutragen, die neben den sportlichen Aktivitäten auch eine optimale ärztliche Betreuung der Sportler durchführen. Hier ist auch eine enge Kooperation mit dem Luisenhospital geplant. Im August 2009 wird am Neuen Tivoli erst einmal ein neues Jugendzentrum für die Jugendlichen ab dem Alter von 10 Jahren aus der Taufe gehoben. Der Anfang ist also gemacht.

Ein umfassendes Angebot an Vorträgen und Info-Ständen

Die Vorträge der Veranstaltung waren auch in diesem Jahr breit gefächert mit Themen wie beispielsweise Patientenversorgung bei Diabetes, Soziales, Frauengesundheit, Einstellungsprobleme bei Kindern, Gestationsdiabetes, Fußprobleme, Medikamententherapie und Gesundheitsfond. Eine große Anzahl von Ausstellern zeigten ihre neuesten Angebote. Apotheker und Fußpfleger führten Gesundheitschecks durch und standen mit Rat und Tat zur Seite. Auch der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) war mit einem Stand vertreten, an dem sich die Betroffenen zeitweise drängelten, um Informationen und Ratschläge einzuholen. In der Mittagszeit stand Franz Isenmann auch in diesem Jahr wieder am Herd und zeigte den Besuchern, wie man gesunde Snacks für Zwischendurch zusammenstellt. Und wer nach der Veranstaltung sportlich auf den Geschmack gekommen war, konnte sich in der Pferdestadt Aachen schon einmal auf das alljährliche weltberühmte Reitturnier einstimmen. UB


Leo immer am Ball


Professor Dr. W. Berges

 

 


Umlagerter DDB-Stand